Erstes Symposium zu KCG 2006 in Schmerlenbach

KCG_Symp06_027_tcm14-42208“Welche Kirche überlebt vor Ort?”
Symposium der „Kleinen Christlichen Gemeinschaften im deutschsprachigen Raum“
11.-12.12.2006 in Schmerlenbach bei Aschaffenburg

Zum ersten vom Nationalteam KCG Deutschland organisierten Symposium kamen ca. 100 Experten für Pastoral aus Hochschulen, Seelsorgeämtern, Dekanaten und Pfarreien aus 6 europäischen Ländern.
Fotoimpressionen finden Sie weiter unten.

Das “Nationalteam Kleine Christliche Gemeinschaften Deutschland”, wollte diese in Asien und Afrika so erfolgreiche „ursprügliche Art Kirche zu sein“ zur Diskussion stellen.
Ist die Art und Weise der Pastoral, die den „Kleinen Christlichen Gemeinschaften“ zugrunde liegt, ein Weg für die Kirche hier? Wie könnte ihre Inkulturation in unseren Kontexten aussehen? Wie können hier die vier “Säulen” Nahbereich, Spiritualität, soziales Engagement und Vernetzung in Kirche aussehen?
Welche Erfahrungen wurden bis dato mit „Kleinen Christlichen Gemeinschaften“ und dem dahinter stehenden pastoralen Ansatz in deutschsprachigen Gemeinden und Gemeindeverbünden gemacht? Welche kulturellen, gesellschaftspolitischen und kirchlichen Rahmenbedingungen müssen berücksichtig werden?
Ziel, Inhalt, Methode und Sinn der Tagung waren ein gemeinsame Suchprozess nach einer neuen Gestalt von Kirche in der Schweiz, Österreich, Luxemburg, Belgien und Deutschland.

Wissenschaftler, Pastoralpraktiker, diözesane Planer, Gemeindemitglieder, Gruppen, Verbände, Gemeindeleiter und Verbünde wollten auf diesem Symposium den Weg der Kirche in Mitteleuropa für das Heute und die Zukunft suchen.

Impulsreferate:

Matthias Sellmann, Referent der Katholischen Sozialethischen Arbeitsstelle in Hamm, präsentierte die Situation der Kirche in Deutschland anhand der Ergebnisse der Sinus-Milieu-Studie. Er beleuchtete die Abbrüche der „Glaubenskommunikation“ und beschrieb die Milieus und „Welten“ der Menschen von 2006. Er fragte schwerpunktmäßig, wie die Bibel jeweils wahrgenommen wird, welche Erwartungen an Kirche und „Gemeinschaft“ es gibt.

Dr. Klaus Vellguth, missio Aachen und Schriftleiter des „Anzeiger für die Seelsorge“, vermittelte die Geschichte des AsIPA-Konzepts zu der er promoviert hat. Sein Beitrag zeigte Entstehung der „andere Art Kirche zu sein“, der „Kirche in der Nachbarschaft“ Asiens und Afrikas. Die Christen in den „Kleinen Christlichen Gemeinschaften“ dort haben Raum für die Kommunikation über den eigenen Glauben, sie partizipieren verantwortlich an der Seelsorge, erleben und leben Nicht-Dominierende Leitung.

Dieter Tewes, Diözesanreferent für Missionarische Dienste/missio im Seelsorgeamt Osnabrück und Leiter des Projektes “Kleine Christliche Gemeinschaften” in der Diözese Osnabrück sowie Sprecher des deutschen Nationalteams KCG sorgte mit einer Darstellung von Grundlagen, Methode und Struktur in großen Pastoralräumen von AsIPA und KCG für eine gemeinsame Diskussionsgrundlage der Symposiumsteilnehmer.

Ein weiteres Element des Symposiums war die Darstellung von Erfahrungen aus Bistümern, die sich auf diesen Weg der Pastoral gemacht haben. Es gab Berichte aus der Diözese Mainz (Dekanat Alzey), der Diözese Hildesheim (Hildesheim Stadt), der Diözese Osnabrück (Weser-Diaspora) und der Diözese Würzburg (Bad Kissingen)

In einer „Pastoraltheologischen Symphonie“ gaben Fachleute brilliante Statments ab mit unterstützenden Bemerkungen und kritischen Anfragen an den pastoralen Ansatz der Kleinen Christlichen Gemeinschaften. Statments kamen von Prof. Dr. Franz Weber, Innsbruck, José Amrein-Murer, Immensee. Schweiz (sein Text hier), Prof. Dr. Richard Hartmann, Fulda (sein Text hier), Dr. Manfred Körber, Seelsorgeamt Aachen (sein Text hier) und Prof. Dr. Bernd Lutz, St. Augustin (sein Text hier).

Anschließend wurde der „Suchprozess“ mit der Kompetenz der Teilnehmenden nach einem “open Space” in Arbeitsgruppen fortgesetzt.

Das Symposium wurde veranstaltet in einer Kooperation verschiedener Institutionen und dient dem Brückenschlag in die Wissenschaft und in den Bereich diözesaner Gemeindeentwicklung.

Tagungsteam: Bernhard Spielberg, Würzburg, Dr. Stefan Silber, Schmerlenbach, und Josef Schäfers, Köln (Moderation)

Veranstalter:
Nationalteam “Kleine Christliche Gemeinschaften im deutschsprachigen Raum”,
missio – Internationales katholisches Missionswerk

Kooperationspartner:

  • Lehrstuhl für Pastoraltheologie der Universität Würzburg,
  • Bildungs- und Exerzitienhaus Schmerlenbach
  • Institut für theologisch-pastorale Fortbildung der Diözese Würzburg
  • Diakonia, Internationale Zeitschrift für die Praxis der Kirche

Ein Bericht über das Symposium von Josef Schäfers, Köln ist erschienen in “Diakonia” 3/2007 unter dem Titel “Kleine Christliche Gemeinschaften hierzulande”.  hier

Fotos vom Symposium
(Fotos: Dieter Tewes)