Jahrestreffen KCG 2009 in Zürich-Seebach

Maria_Lourdes_ZuerichBericht vom Jahrestreffen 2009  „Kleine Christliche Gemeinschaften“
20.-22. November 2009 in Zürich, Schweiz, Pfarrei Maria Lourdes

Eindrucksvolle Berichte der Mitglieder der 6 KCGs in der Pfarrei Maria Lourdes, Zürich-Seebach, und ein gemeinsamer Lernprozess auf der Basis der Züricher Praxiserfahrungen prägten das Treffen.

Nachdem sich seit 2004 jährlich die Prozessverantwortlichen für den Aufbau von Kleinen Christlichen Gemeinschaften aus den deutschsprachigen Diözesen getroffen haben, sollen die Jahrestreffen ab jetzt für alle Involvierten (Mitglieder und Leitende von KCGs, Multiplikatoren, diözesane Verantwortliche usw.) und Interessierten offen sein und einen neuen Charakter bekommen.
Wesentliche Elemente der Jahrestreffen sollen in Zukunft sein

  • Vernetzung der Gruppen und Diözesen
  • Praktischer Erfahrungsaustausch
  • Begegnung mit KCGs in der gastgebenden Pfarrei
  • Gemeinsames Lernen durch denen Impuls eines kompetenten Referenten

In diesem Jahr war als Referent Prof. Dr. Hermann-Josef Pottmeyer, Münster, eingeladen, der aber wegen Krankheit absagen musste. Die Erfahrungen der Pfarrei Maria Lourdes in Zürich-Seebach, die sich seit 2001 auf einem Weg zu einer partizipatorischen Kirche befindet und in der es seit 3 Jahren Kleine Christliche Gemeinschaften gibt, boten jedoch ein wunderbares Lernfeld für die Teilnehmenden.

Ergebnisse der Arbeitsgruppen unten im Programm.

Veranstalter:
Nationalteam Kleine Christliche Gemeinschaften in Deutschland in Kooperation mit der Pfarrei Maria Lourdes, Zürich-Seebach

Programm des KCG-Jahrestreffens 2009

Freitag 20. Nov 09

Ab 17.00 h Einchecken im Foyer des Pfarrsaals
18.00 h Apéro im Pfarrsaal
18.30 h Abendessen
19.45 h Lieder … zum Ankommen – Inthronisation der Bibel – Begrüssung
20.00 h Vorstell- und erste Austausch-Runde: Wer sind wir? Wo stehen wir im Prozess des Aufbaus einer Kirche in der Nachbarschaft / von Kleinen Christlichen Gemeinschaften?
Welche weitergehenden Fragen/Erkenntnisse zeigen sich uns?
21.30 h Organisatorische Ansagen,  Informelles Beisammensein

Samstag 21. Nov 09
08.00 h Eucharistiefeier in der Pfarrkirche, anschl. Frühstück im Foyer
09.00 h Lieder, Bibelinthronisation
Vorstellung der Zürich-Seebacher KCGs
10.30 h Pause
11.00 h Austausch und Evaluation in 5 Kleingruppen: Welche 3 wichtigste Erkenntnisse / Fragen zeigen sich uns aus der Seebacher Vorstellung?
12.00 h Plenum. Vorstellung der Gruppenergebnisse
12.30 h Mittagessen
14.30 h Bibel-Teilen nach der philippinischen Weise in Anlehnung an die Lectio Devina
15.30 h Plenum: Kleingruppenfindung zu den Fragen und Herausforderungen, die am Schluss des KCG-Grundsatzpapieres von 2007 formuliert sind
Anschl. Pause
16.00 h Arbeitsgruppen zu den 5 Themen am Schluss des KCG-Grundsatzpapiers von 2008:

  • KCG als Teil der Pfarrei
  • Sendung in KCG
  • Ökumene und KCG
  • Nachbarschaft
  • Gotteserfahrung in KCG

17.00 h Vorstellung der Arbeitsgruppenergebnisse und Diskussion dazu. (20 Minuten je Themenfeld)
18.30 h Abendessen
19.30 h Berichte von

  • Der Exposure Reise einer deutschen Bischofsdelegation zu KCG nach Korea im April 2009
  • Der 5. AsIPA-Generalversammlung im Oktober 2009 in Davao, Philippinen
  • Einer Studien- und Exposure Reise zu KCG in die Philippinen Okt.-Nov. 2009
  • Einer Indienreise zu KCG (Mumbay und Nagpur) des Bistums Hildesheim und der Pfarrei Zürich-Seebach
  • Der KCG-Summerschool in Hildesheim Juni-Juli 2009

21.30 h informelles Beisammensein

Sonntag 22. Nov 09

08.00 h Frühstück im Foyer
09.00 h Reflexion und Standortbestimmung:
Welche Erfahrung(en) ist/sind uns wichtig geworden? Welche wichtigen Erkenntnisse haben wir dazu gewonnen? Was zeigt sich uns als nächster Schritt?
Informationen zu Veranstaltungen und Planungen des Nationalteam KCG Deutschland und von asipa.ch
11.00 h Hl. Messe in der Niklauskirche
12.30 h Mittagessen im Restaurant Landhus, zu dem auch Bischof Vitus Huonder von Chur dazukommt.
Anschl. Schluss der Tagung.

Fotos finden sie weiter unten.

Bericht aus der Sicht der Gastgeber in Zürich-Sebach

Marianne Reiser schreibt:

„Zunächst einmal möchte ich berichten, dass es ein ausgezeichnetes Treffen war. Die Zeugnisse der Pfarrei Maria Lourdes in Zürich-Seebach über den Aufbau einer Kirche in der Nachbarschaft mit inzwischen sechs KCGs waren sehr beeindruckend. Das Zusammenbringen von Glaube und Leben und das Wachsen der Einzelnen, der Gruppen und der Gemeinden mit all den menschlichen und organisatorischen Schwierigkeiten war insgesamt sehr ermutigend für alle, die dabei waren. Mit den Seebachern waren wir am Samstag in Spitzenzeiten über 40 Personen, Teilnehmer von außerhalb der Gemeinde waren 20 Personen.“ Dieter Tewes

Gastgeber durften wir sein und dies waren wir sehr gerne. Der Zeitpunkt war nicht der idealste. Zum einen fand an diesem Wochenende die Firmung mit unserem Bischof Vitus Huonder statt und zum andern hatten wir eben unsere Impulsreihe abgeschlossen, an der alle KCG Leute teilnahmen und sich sehr engagiert hatten.

Dass diese Konferenz trotzdem bei uns stattfand verdanken wir den konkreten Zeichen, die Gott uns dazu schenkte: Im Hotel „Landhus“ wurden uns die Zimmer gratis zur Verfügung gestellt; der besetzte Pfarreisaal konnte frei gemacht werden für unseren Anlass.

Ich habe diese Konferenz sehr gerne vorbereitet. Mir war von Anfang an klar, dass es für uns eine Chance und ein Geschenk ist, diese Aufgabe anzunehmen. Ich merke aber auch, dass es nur deshalb so gut geht, weil wir eine tolle Infrastruktur haben und vor allem – und das ist das aller wichtigste – super Leute, die ihre Aufgaben mit Liebe und Treue wahrnehmen. Das betrifft unsere Küche und Deko, das betrifft unsere KCG-Leiter und Leute, die sich riefen liessen, um ihre Zeit erneut zu schenken und dann auch noch von ihren Erfahrungen zu berichten.

Leicht fiel es mir sicherlich auch, weil ich mit Franz, Angelika und Mechthild Helfer aus Deutschland bekam. Beim Schreiben merke ich, wie sehr es mich berührt. Dieses zusammen arbeiten ist für mich die Erfahrung von Reich Gottes. Ich spürte so stark, dass sie extra früher kamen und ganz einfach für mich da sein wollten. Ja, sie wollten mithelfen, dass es zu einer schönen und guten Jahreskonferenz wird. Was gibt es schöneres, als wenn Geschwister füreinander schauen – ich bin sehr glücklich darüber.

Freitag

Und so war vom ersten Moment an eine herzliche Atmosphäre gelegt. Wir – Katharina, Benedikt, Judith, Francesca, Franz und ich – durften mit Liedern geistliche Inputs geben. Wir machten es so, wie wir das auch an unserem Glaubenskurs machten. Da wir selbst noch nie an einer Jahreskonferenz dabei waren, wussten wir nicht, was der normale Rahmen ist. Schön war, dass wir uns auf unsere Art schenken durften.

Anschliessend gab es eine Vorstellungsrunde und das war spannend und ein guter Einstieg. Da alle einen langen Tag hinter sich hatten, liessen wir es bei dieser ersten Begegnung und beendeten den Abend mit einem Segenslied.

Samstag

Am Samstag Morgen waren wir Seebacher dran mit der Erfahrung unseres Weges. Martin und ich starteten mit einer Powerpoint, die unsere Anfänge aufnahm bis zum jetzigen Zeitpunkt. Da übernahmen einige KCG-Leute und erzählten. Schönes und Schweres. Gelungenes und misslungenes. Die Schwierigkeiten mit der Neugründung Schönau. Viele Erfahrungen, wie Jesus uns und die einzelnen in die Nachbarschaft sendete und was daraus entstand. Freud und Leid, wenn es um Teilung der Gemeinschaften geht. Die Leichtigkeit, neue Menschen aufzunehmen. Sie erzählen, wie sie selber heil geworden sind und Veränderung an sich wahrnehmen. Was vor wenigen Monaten noch unmöglich war, ist heute möglich.

Ich selber hab wahrlich gestaunt, wie und was erzählt wurde. Grossartig. Es gab dann auch Rückfragen. Weshalb wir noch keine andere Bibelteil-Methode eingeführt haben? Was ist ein Leiter in der KCG?

Pausen und Mittagessen verschafften den Begegnungen Raum.

Am Nachmittag nahmen wir uns den Fragen des Grundsatzpapieres an. In Gruppen und dann auch im Plenum. Es ist spannend und bringt mein Denken vor allem in Bewegung. Scheint mir das wesentlichste. Hier stellt sich für mich die Frage, wie viel Sinn es macht, wenn wir solche Fragen mit Menschen besprechen, die auf einem total verschiedenen Stand betreff KCG stehen. Ich empfinde es als Zeitverlust, wenn wir nicht auf gleichem Niveau stehen.

Am Abend hören wir Berichte von den verschiedenen Reisen. Mich persönlich interessiert die Philippinen-Erfahrung noch tiefer. Partizipative Kirche …

Auch heute dienten unsere Musiker und ich bin so stolz auf sie. Ein super Team mit einer mega Bereitschaft, ihre Zeit zu schenken. Da sein. Für mich hätte es nicht schöner sein können.

Sonntag

Sonntag – wir sind nur noch eine kleine Gruppe. Francesca und Katherine sind noch dabei. Der „Rest“ sind unsere Gäste. Wir versammeln uns ausserhalb der Pfarrei, da unsere Kirche und Pfarrsaal für die Firmung in Anspruch genommen ist. Alles klappt, auch wenn die Tür sich anfangs nicht öffnen wollte J. Dieter Tewes leitet diesen Morgen. Die Frage: Was hat uns beeindruckt, was bleibt uns und was werden wir nach Hause nehmen, was umsetzen?

Beiträge:

Franz
Er ist ermutigt durch die verschiedenen Zeugnisse und findet Mut für einen Neuanfang.

EbnatKappel – Pfarrei von Thomas
Die Zeit hier hat sehr Mut gemacht und sie sind zum Schluss gekommen: „Wir können das auch.“ Als nächsten Schritt können sie sich vorstellen, eine Impulsreihe zu machen, wie wir das machten. Thema: Kirche , die über den Jordan geht.

Max Himmel
Ø Wie verstehen Hauptamtliche ihre Aufgabe? Er will in Zukunft intensiv mit den Hauptamtlichen arbeiten. Thema: Wie nehmen Hauptamtliche, Priester ihre Rolle wahr. Ermöglicher oder Machthaber?
Ø Es braucht ein Leitungsteam
Ø Gruppen müssen sich untereinander vernetzen
Ø Bewusstseinsbildung aller

Matthias
Thematik der Nachbarschaft hat sich in diesen zwei Jahren sehr geklärt – ist eindeutig geworden.

Gaby
Keine reinen Konferenzen, sondern Lernwege, die Lehre und Leben verschmelzt erfahren lassen. Dies haben wir hier in Seebach erfahren – erlebt.

Christian
Startprozesse rufen nach der Sehnsucht, sind langer Weg, die eine Kontinuität der Ermöglicher erfordert.

Frau Mause
Sieht nun auch an ihrem Ort Möglichkeiten und ist zuversichtlich, dass „etwas“ geschehen kann.

Katherine Helbling
Ist zutiefst berührt von den Bildern KCG mit Kindern (Asien). Wünscht sich, dass wir dies bei uns auch haben.

Sr. Peregrina
Wollte sich eigentlich von den KCG’s verabschieden – vom Zug abspringen. Sie hat hier aber erlebt, dass Seebach ein Ort des Lebens ist und beschliesst, weiter auf diesem Zug zu bleiben.

José Amrein
Frage, ob die KCG die Dimension der Politik haben – Weltverantwortung? Erlebte Seebach als heile Welt. Ist aber grundsätzlich sehr dankbar für diese Tagung. Hat Christian „weicher„ erlebt als an den anderen Konferenzen. Er wünscht sich für 2010 eine Veranstaltung mit uns Seebachern. Ausrichtung dann klar auf KCG. Etwas, das sie bis jetzt nie so klar auf ihr Schild schrieben.

Francesca, Katherine und ich sind berührt, wie viel unsere Erfahrung auslöste.

Meine Lehre, mein Fazit: es ist gut, sich ganz auf Gott zu verlassen und es ist genug, immer „nur“ den einen nächsten Schritt zu wissen. Den Überblick hat Gott und er führt souverän. Ich bin froh, dass wir keine Wissenden sein müssen, sondern einzig Vertrauende, Glaubende, Liebende.

Krönender Abschluss dieser Konferenz war die Begegnung mit Bischof Vitus Huonder, der für das Mittagessen am Sonntag zu uns stiess. Wir setzten ihn an den Tisch mit Christian Hennecke, Max Himmel, Gaby Viecens, Martin, Thomas, der Begleiter vom Bischof Klaus Rohrer und ich. Gut 90 Minuten und die Stimmung wurde immer besser. Mit den Worten von Martin Piller will ich diese Erfahrung und die der Jahreskonferenz umschreiben:

„Die Jahreskonferenz der KCG ist eben zu Ende gegangen. Es war eine gegenseitige Bereicherung. Uns von Maria Lourdes hat sie die Schönheit unserer Erfahrung mit den KCG aufleuchten lassen und den Teilnehmern aus Deutschland offensichtlich viel Mut und Begeisterung geschenkt. Da unser Diözesan-Bischof Vitus Huonder bei uns zum Firmen kam,
habe ich ihn mit den Teilnehmern der Jahreskonferenz zum Mittagessen eingeladen.
Christian, Max, Gaby, Marianne und ich haben ihm viel vom Leben der KCGs erzählt. Am Schluss meinte er: “Jetzt müssen wir schauen, dass sich das ausbreitet.” Dieses Wort ist mir ein grosses Geschenk: Ich weiss unser Leben jetzt unter dem Segen unseres Bischofs.“

Mr 23.11.2009

Fotos vom Jahrestreffen “Kleine Christliche Gemeinschaften” 2009 in Zürich von Matthias Kaune