Symposium 2008: KCG verstehen

195-KCG-Sympos_11-08“Kleine Christliche Gemeinschaften verstehen”
Internationales Symposium zu einem Weg, Kirche mit den Menschen zu sein
4.-7. November 2008, Haus Wohldenberg bei Hildesheim

Mit über 100 Teilnehmenden aus ganz Deutschland, Belgien, den Niederlanden, der Schweiz und Österreich und zahlreichen hochgradigen Referentinnen und Referenten aus Deutschland, Österreich, Indien, den Philippinen und Südafrika fand vom 4. bis 7. November 2008 ein umfassender Theologische und praktischer Blick auf diesen neuen Weg, Kirche mit den Menschen zu sein, statt.

Das Treffen war geprägt von einer Hoffnungs- und Aufbruchsstimmung, die tief von der Erfahrung des Wirkens des Geistes Gottes in den Aufbrüchen auch in der Deutschen Kirche in den entstehenden Kleinen Christlichen Gemeinschaften bewegt war.
Die vierschiedenene theologischen, ekklesiologischen, exegetischen und pastoralen Vorträge verdeutlicheten, hier entwickelt sich etwas in den Pfarreien und Pfarreienverbünden vieler Diözesen, was den Geist des 2. Vatikanschen Konzils lebt und das Konzil in einer Weise rezipiert, die bisher noch ausstand.

KCG verstehen_BuchDie Texte der Vorträge sind im August 2009 in einem Buch beim Echter-Verlag, Würzburg veröffentlicht worden:
Christian Hennecke (Hrsg.): Kleine Christliche Gemeinschaften verstehen – Ein Weg, Kirche mit den Menschen zu sein. Echter-Verlag Würzburg, 300 Seiten, 19,90 €. Zu beziehen über den Buchhandel oder bei missio

Fotos vom Symposium finden Sie ebenfalls weiter unten auf dieser Seite.

Das Konzept des Internationalen Symposiums
Seit den 1980er Jahren ist in Deutschland das BibelTeilen zu einem bekannten Weg des Umgangs mit dem Wort Gottes geworden. Seit 2000 ist darüber hinaus der pastorale Ansatz der „Kleinen Christlichen Gemeinschaften“ auch im deutschen Sprachraum immer bekannter geworden. Angesichts der immer deutlicher werdende Veränderungen in der pastoralen und gesellschaftlichen Situation hatte das Missionswerk „missio“ zu Beginn des neuen Jahrtausend mit dem Projekt „Spiritualität und Gemeindebildung“ in vielen Diözesen ein tieferes Verständnis des Pastoralansatzes der Kleinen Christlichen Gemeinschaften ermöglicht.

Viele Fragen…
… sind dabei entstanden: Was macht eine Kleine Christliche Gemeinschaft aus? Wie kann der Asiatische Pastoralansatz ekklesiologisch verortet werden? Riskiert man nicht eine spiritualistische Kuschelgruppenstruktur? Läßt sich das BibelTeilen theologisch und exegetisch verantworten? Kann eine Inkulturation dieses weltkirchlichen Ansatzes in den deutschen Kontext komplexer pastoraler Strukturen gelingen – und wenn ja, wie?

Erste Ansätze und ein immer weiterer Blick
Auf der anderen Seite sind in den vergangenen Jahren in verschiedenen Diözesen erste Versuche zur Entwicklung Kleiner Christlicher Gemeinschaften unternommen worden. Die ersten Erfahrungen zeigen zum einen, dass eine solche pastorale Entwicklung sehr fruchtbar ist, aber auch nicht ohne Schwierigkeiten läuft – vor allem aber setzt er eine umfangreiche Auseinandersetzung mit dem Kirchenbild, mit der eigenen Vision und mit der eigenen Spiritualität voraus. Die ersten Erfahrungen sind ermutigend, auch wenn es nur kleine Pflänzchen sind.
Zugleich weitet sich der Blick: nicht nur in Asien und Afrika, sondern auch in den USA, Frankreich, England und natürlich in Lateinamerika bildet sich immer mehr eine Netzwerkstruktur Kleiner Christlicher Gemeinschaften, die das Grundgerüst der Seelsorge wird. Der Blick in die Weltkirche macht uns zu Lernenden.

Ein Symposion…
Solche Erfahrungen verlangen aber auch nach einer theologischen Durchdringung. So entstand die Idee für das Symposion. Als Ort wurde der Wohldenberg bei Hildesheim gewählt, auch weil im Bistum Hildesheim viele Aufbrüche im Blick auf die Kleinen Christlichen Gemeinschaften gewagt werden. Das Symposion diente der Sichtung und Klärung der vielen offenen Fragestellungen. Theologen aus Deutschland, aber auch viele Gäste aus der Weltkirche machten dieses Symposion zu einem der ersten wissenschaftlichen Tagungen zu diesem Thema auf europäischen Boden.

ReferentInnen:

  • Bischof Dr. Oswald Hirmer, em. Bischof von Umtata, Südafrika
  • Bischof Dr. Michael Wüstenberg, North Arival, Südafrika
  • Fr. Thomas Vijay SAC, Koordinator der DIIPA Programme für Indien, Leiter der Pallottiner Bildungsstätte Nagpur/Indien, Mitglied im AsIPA-Asia-board
  • Dr. Estela Padilla, Pastoralzentrum Bukal ng Tipan, Pfhilippinen, Mitglied im AsIPA-Asia-board
  • Fr. Marc Lesarge CICM, Pastoralzentrum Bukal ng Tipan, Pfhilippinen
  • Prof. Dr. Franz Weber, Innsbruck
  • Pfof. Dr. Bernd Lutz, Bonn
  • Prof. Dr. Hermann Josef Pottmeyer, Münster
  • Prof. Dr. Francis Scaria, Indien
  • PD Dr. Gerhard Hotze,
  • Prof. P. Medard Kehl SJ, Frankfurt
  • Dr. Martin Lätzel, Kiel
  • P. Dr. Ralf Huning SVD
  • u.a.

Veranstalter:
- Nationalteam Kleine Christliche Gemeinschaften in Deutschland
- missio – internationales Katholische Missionswerk

Das Leitungsteam des Symposiums bilden die folgenden Mitglieder des Nationalteams KCG:
- Regens Dr. Christian Hennecke, Fachbereich Verkündigung, Hildesheim
- Matthias Kaune, Fachbereich Verkündigung, Hildesheim
- Bernd Keller M.A., Gemeindereferent, Bad Kissingen
- Pfr. Max Stetter, Stadtbergen
- Dieter Tewes, missio-Projektleiter KCG, Osnabrück
- Gabriele Viecens, KCG-Leiterin, Garbsen

Veranstaltungsort:
Haus Wohldenberg, Wohledenberg 3, 31188 Holle/ OT Sillium

Einen Flyer zum Symposium finden Sie, wenn Sie hier klicken.

Programm des internationalen Symposiums

Dienstag, 4. November 2008
Bis 18.00 h Anreise
19.30h „KCG-Show“. Präsentation von Praxiserfahrungen, Genesis des Projekts in Deutschland, Entwicklungen in anderen Kontinenten. Interviewpartner, Vorstellung der weltkirchlichen Gäste
lockerer Talkshowstil – „KCG – Coctails“ – Musik aus den Kontinenten

Mittwoch, 5. November 2008
Zur Ekklesiologie der KCG
7.30 h Eucharistiefeier in der Kirche St. Hubertus
9.00 h Prof. Dr. Hermann Josef Pottmeyer: Die konziliare Vision einer neuen Kirchengestalt (Rezeption des Konzils, verhinderte Rezeption, ausstehende Aufbrüche, KCG als weltkirchlicher Aufbruchsversuch)
10.15 h Wie Kirche nach dem Konzil wächst – ein Beispiel aus Afrika (Bischof Dr. Michael Wüstenberg, Südafrika, – Bischof Dr. Oswald Hirmer, Südafrika)
11.15 h Gespräch mit den Referenten – Fragen aus dem Publikum
15.00 h Prof. Dr. Francis Scaria,Bophal, Indien: The ecclesiology of SCC an Indian approach and its consequences
16.30 h Wie Kirche in Asien wächst – Die Erfahrung des AsIPA Ansatzes (Father Thomas Vijay SAC ,Nagpur,Indien, Dr. Estela Padilla und Father Marc Lesage, beide Philippinen)
17.30 h Prof. Dr. Franz Weber, Innsbruck: Die nachkonziliare Gemeindeentwicklung in der Weltkirche – Eine Anfrage an die Kirche im deutschsprachigen Raum
18.45h Abendessen
Anschließend Besuche in 9 KCG in der Umgebung in Kleingruppen

Donnerstag, 6. November 2008
Gottes Wort wird Kirche – Exegetische und systematische Überlegungen zum BibelTeilen und zu den KCG
9.00 h Bibelteilen
10.15 h P. Dr. Ralf Huning SVD: Die Bedeutung der gemeinschaftlichen Bibellektüre der Gläubigen für die katholische Kirche – Bibeltheologische und hermeneutische Überlegungen
11.15 h Podium zu den Thesen
15.00 h Workshops zur Vertiefung des Bibelteilen
17.00 h PD Dr. Gerhard Hotze: Kirchengründungen des Paulus: KCG auf der Spur biblischer Ekklesiogenesis
18.30 h Abendessen
Anschließend Einladung zur Eucharistiefeier

Freitag, 7. November 2008
Ein inkulturiertes Zukunftsmodell für die deutsche Kirche? Mitlernen mit der Weltkirche
9.00 h Dr. Martin Lätzel, Kiel: Wie Pfarrei neu wird – eine französische Perspektive als heuristisches Modell
10.00 h Prof. Bernd Lutz, Bonn: SCC – eine amerikanische Perspektive für den deutschen Sprachraum?
11.00 h Arbeitsgruppen: KCG in Deutschland – eine Perspektive?
11.30 – 12.15 h Prof. P. Medard Kehl SJ, Frankfurt: Welche Zukunftsperspektive für die deutsche Kirche?!
12.30 – 13.00 h Abschlusspodium mit den Referenten – Fragen der Teilnehmer
13.00 h Mittagessen
Ende der Tagung

Einige Vorträge des Symposiums im Wortlaut

P. Marc Lesage CICM und Dr. Estela Padilla, beide Pastoralinstitut Bukal ng Tipan, Philippinen:
“Basis-kirchliche Gemeinschaften : Wie sich Kirche ereignet – mit ASIPA – Asian Integral Pastoral Approach- ein pastoraler Ansatz aus Asien”

P. Dr. Ralf Huning SVD:
“Die Bedeutung der gemeinschaftlichen Bibellektüre der Gläubigen für die katholische Kirche – bibeltheologische und hermeneutische Überlegungen”

Prof. Dr. Medard Kehl SJ:
Welche Zukunftsperspektiven bieten “Kleine Christliche Gemeinschaften” für die deutsche Kirche?

Die 3 Podien des Symposiums im Wortlaut
Die drei Podien, die an den drei Haupttagen des Symposiums mit den Rednern des Tages stattfanden konnten aus Platzmangel nicht in dem Buch zum Symposium, in dem sich alle Vorträge finden, mit veröffentlicht werden.

1. Podium am Mittwoch, dem 5.11.2008 (zur Ekklesiologie der KCG)
mit Prof. Dr. Hermann-Josef Pottmeyer, Bischof Dr. Oswald Hirmer und Bischof Dr. Michael Wüstenberg. Moderation: Dr. Christian Hennecke. hier

2. Podium am Donnerstag, 6.11.2008, (zur Fage von Exegese un Bibelauslegung durch das Volk)
mit P. Dr. Ralf Huning SVD, PD Dr. Gerhard Hotze und Pfarrer Max Stetter. Moderation: Bernd Keller.  hier

3. Podium am Freitag, 7.11.2008, zum Abschluss des Symposiums (internationale Erfahrungen und Rückmeldungen)
mit Dr. Estela Padilla, Philippinen, P. Dr. Francis Scaria, Indien, P. Marc Lesarge CICM, Philippinen, P. Thomas Vijay SAC, Indien, Bischof em. Dr. Oswald Hirmer, Südafrika. Moderation: Josef Schäfers.  hier
Fotoimpressionen vom Symposium
Fotos: Dieter Tewes, Osnabrück