KCG als Möglichkeit millieusensibler Pastoral

Millieu_Vorschau_2008“Kleine Christliche Gemeinschaften im Bistum Hildesheim: Milieugrenzen überschreiten in Gruppen, die „Kirche in der Nachbarschaft“ sind.”

So lautet der Artikel von Dieter Tewes, Osnabrück, in dem Buch  „Hinaus in die Weite – Gehversuche einer milieusensiblen Kirche“,Herausgegeben von Michael N. Ebertz und Hans-Georg Hunstig im Auftrag des Arbeitskreises „Pastorale Grundfragen“ des ZdK, Würzburg 2008

Dieter Tewes hat in einer kleinen Erhebung in schon erxistierenden KCGs der Diözese Hildesheim die Frage untersucht, ob die KCGs ein millieuintegrierendes Potential haben.

Viele pastorale Überlegungen und Bemühungen seit Veröffentlichung der Sinus-Milieu-Studie gehen in Richtung milieu-differenzierter Zugänge und Ansätze. In diesem Buch werden viele gute Beispiele dafür vorgestellt, wie die Pastoral differenziert auf die jeweiligen einzelnen Milieus zugehen kann. Solche milieu-differenzierte Ansätze sind nötig angesichts der Tatsache, dass wir bisher für und in einigen wenigen Milieus pastoral gearbeitet haben während andere zu kurz kamen bzw. der Zugang für Kirche hier praktisch nicht möglich war.

Die im Projekt Kleine Christliche Gemeinschaften engagierten Pastoralkräfte meinen jedoch, dass Kirche – gerade wenn und weil sie sich der milieuspezifischen Unterschiede bewusst ist – immer auch milieu-integrierend sein muss. Kirche ist vom Anspruch her Versammlung der Glaubenden aus (möglichst) allen Milieus. Z.B. kann die sonntägliche Eucharistiefeier in der Gemeinde nicht nur für die Menschen aus einem Milieu sein, sondern Christus will alle Menschen zusammenführen. Dabei ist die Eucharistie eine Herausforderung und Zumutung für Menschen aus jedem Milieu.

Sein Ergebnis:

Die Kleinen Christlichen Gemeinschaften bestehen im Kern bisher aus Angehörigen von Milieus, die wir auch sonst in der Kirche finden, allerdings weniger aus den traditionellen Millieus als im Kirchendurchschnitt. Das war auch nicht anders zu erwarten. Aber die kleine Erhebung zeigt, dass diese Mitglieder selbstbewusste und für Veränderung und Erneuerung offene sowie stark religiös interessierte Menschen sind, die sich einladend gegenüber Menschen anderer Milieus, anderer religiöser Sozialisation, anderer Nationalität und Kultur verhalten und diese nicht nur tolerieren, sondern aktiv auf sie zugehen und in die Gruppe integrieren. Wir finden in allen KCGs religiös Suchende und fast überall einzelne Menschen aus anderen Sinus-Milieus als erwartbar.

Die aktive Offenheit für Neue und Interessierte sowie das Sich-gesandt-Wissen zu den Menschen der verschiedensten Milieus und Kulturen in ihrem konkreten Lebens-Umfeld ist konstitutiver Bestandteil der Kleinen Christlichen Gemeinschaften – nicht nur in der Theorie. Kleine Christliche Gemeinschaften bieten als „Kirche vor Ort“ Beheimatung für verschiedenste Menschen und ich bin aufgrund unserer bisher gemachten Erfahrungen davon überzeugt, dass sie das Potenzial haben, milieu-integrierend zu sein. Sie haben das Potenzial, eine zukunftsfähige Kirche mit aufzubauen, in der Menschen verschiedenster Herkunft und mit verschiedensten Lebensgeschichten Heimat finden können.

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